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Bemannte Raumfahrt 1986
Columbia (STS 24)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 12.01.86 | 18.01.86 | Robert Gibson (2) Charles Bolden George Nelson (2) Steven Hawley (2) Franklin Chang-Diaz Robert Cenker William Nelson |
06:02:04 d |
Während der ersten Mission der Columbia nach ihrer
Modernisierung wurde der Kommunikationssatellit RCA-SATCOM K 1 (USA) ausgesetzt und die
Aluminiumplattform MATERIAL SCIENCE LABORATORY 2 STRUCTURE als Träger für drei
materialwissenschaftliche Experimente erprobt. Eine weitere Hauptaufgabe bestand in der
Beobachtung des Halleyschen Kometen in verschiedenen Spektralbereichen (Experiment CHAMP)
zur Erfassung chemischer und dynamischer Parameter des Schweifsterns, was jedoch aufgrund
einer defekten Energieversorgung ausfallen musste.
Weitere Untersuchungen fanden in Containern in der
Ladebucht der Raumfähre automatisch statt. Dazu gehörten biologische (Pflanzenwachstum)
und chemische Forschungen. Die Columbia landete wegen schlechten Wetters am Cape einen Tag
später als geplant in Edwards.
Challenger (STS 25)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 28.01.86 | - | Francis Scobee (2) Michael Smith Judith Resnick (2) Ellison Onizuka (2) Ronald McNair (2) Gregory Jarvis Sharon Christa McAuliffe |
00:00:01 d |
Der Treibstofftank der Raumfähre explodierte 73 Sekunden nach dem Start, ausgelöst durch heiße Gase, die vom rechten Booster auf den Tank trafen. Nach mehrfacher Startverschiebung und nächtlichem Frost waren die Dichtungsringe zwischen den Segmenten des Boosters porös und damit undicht geworden. Nach der bisher größten Katastrophe der bemannten Raumfahrt wurden mehr als 200 Änderungen am Space Transportation System vorgenommen. Unter anderem tragen die Astronauten in kritischen Flugphasen wie Start und Landung wieder Raumanzüge. Außerdem wurde eine Möglichkeit geschaffen, das Shuttle auch während des Fluges über eine Notrutsche zu verlassen.
Die Chronik einer Katastrophe:
Sojus T 15 (Mir 1)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 13.03.86 | 16.07.86 | Leonid Kisim (3) Wladimir Solowjow (2) |
125:00:01 d |
Mit dieser Mission wurde ein neues Annäherungsregime eingeführt. Der Anflug an die neue Raumstation MIR geschah langsamer als bisher. Innerhalb von 49 Stunden wurde mit kleinen Kurskorrekturen eine Treibstoffersparnis von 70% erzielt. Neu ist auch der Fakt, dass sich die Raumstation bei einem Annäherungsmanöver nicht mehr zum anfliegenden Raumschiff hin ausrichtet.
An Bord der MIR wurden zunächst die wichtigsten Systeme überprüft und in Betrieb genommen. Nach ersten medizinischen Untersuchungen wurde die Einrichtung der Station mit Materialien aus den Transportraumschiffen PROGRESS 25 und 26 komplettiert. Dannach flogen die beiden Kosmonauten am 5./6. Mai mit ihrem Raumschiff zur Station SALUT 7.
Auch hier wurden einige neue Geräte eingebaut, die den Zustand der Station in den folgenden Monaten regelmäßig zur Erde melden sollten. Auch wurde erstmals ein lasergestütztes Kommunikationssystem erprobt. Bei zwei Ausstiegen (3:50 h und 5:00 h) montierten die Kosmonauten einen faltbaren Aluminiumausleger außenbords und testeten dessen Verhalten bei Belastung. Desweiteren wurde der Einfluss der Station auf die Umgebung mit der neuen Anlage FON gemessen und ein Meteoritendetektor sowie ein kleines Stück einer Solarzellenfläche demontiert. Dieses Teil wurde später auf der Erde auf Beschädigungen untersucht. Weitere Experimente betrafen die Erkundung natürlicher Resourcen auf der Erde, biologische Untersuchungen, Geo- und Atmosphärenphysik, Technik und Medizin. Außerdem wurden Wartungsarbeiten ausgeführt und einige Anlagen demontiert, die man später zur Raumstation MIR transportierte.
Nach dem Rückflug zur Station MIR am 25./26. Juni wurden hier einige Systeme der alten Station installiert und weitere wissenschaftliche Arbeiten ausgeführt. Im Experiment GEOEX 86 wurden Gebiete der DDR gleichzeitig aus drei unterschiedlichen Flughöhen untersucht (Flugzeug, Raumstation, unbemannter Satellit). Daraus konnten Aussagen für Landwirtschaft, Geologie und Umweltschutz gewonnen werden. Zusätzlich wurden auch medizinische Untersuchungen durchgeführt und ein spezielles Trainingsprogramm absolviert. Nach erfolgreicher Mission wurde die Station in einen automatischen Arbeitsmodus gebracht.
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