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Bemannte Raumfahrt 1982
Columbia (STS 3)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 22.03.82 | 30.03.82 | Jack Lousma (2) Gordon Fullerton |
08:00:05 d |

Ein recht umfangreiches Arbeitsprogramm hatten die Astronauten beim dritten
Flug der Columbia zu absolvieren. Dazu gehörten Frachtraumumweltexperimente mit einem
Kleinsatelliten, der mit dem Greifarm der Raumfähre um den Shuttle herum Messungen
vornahm (Bild links). Zu den gemessenen Größen gehörten Temperatur, Dichte
neutraler und ionisierter Gase, Plasmadichte und -zusammensetzung, elektrische
Potentialdifferenzen (+/- 5 V am Shuttle) und die Stärke von Leuchterscheinungen. In der
Ladebucht befand sich neben einem Testkanister (Get Away Special) auch eine
Spacelab-Palette mit Messgeräten für Umgebungsparameter (Staub, Gase u. ä.). Die
Experimente wurden vom Office of Space Science (OSS) betreut. Weitere Untersuchungen an
Bord der Columbia betrafen die Temperaturrregulierung durch Wärmeabstrahler (Radiatoren)
an verschiedenen Spezialbehältern in der Ladebucht, das Wachstum von Pinien-, Weizen- und
Bohnensämlingen, das Flugverhalten von Insekten in der Schwerelosigkeit, den Test einer
Elektrophorese-Apparatur, den Nachweis von Mikrometeoriten, die Messung solarer
UV-Strahlung und die Beobachtung von Sonneneruptionen. Zusätzlich wurden auch Experimente
zur Atmosphärenforschung (Dichte der Ozonschicht) und Medizin durchgeführt. Dazu
gehörten die Herstellung ideal runder Latexkugeln (Liposome) als Medikamententräger und
die Erprobung eines Spezialanzuges, mit dem die Blutzirkulation verbessert werden soll
(Anti-G). Erstmals wurden von Schülern entwickelte Experimente im Rahmen des Shuttle
Student Involvement Program ausgeführt. Aufgrund eines Sandsturmes im Landegebiet um
Edwards wurde der Flug um einen Tag verlängert. Die Landung erfolgte dann in Nothrup
Strip in New Mexico (USA).
Sojus T 5
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 13.05.82 | 10.12.82 | Anatoli Beresowoi Walentin Lebedew (2) |
211:09:05 d |
Nach Inbetriebnahme der neuen Raumstation SALUT 7 führten die beiden Kosmonauten umfangreiche technische Tests und wissenschaftliche Experimente aus. Diese betrafen die Erderkundung, Meteorologie, Astronomie, Biologie (Planzenzucht), Medizin, Materialforschung und Weltraumtechnologie. So testeten Beresowoi und Lebedew neue, halbstarre Raumanzüge bei einem Ausstieg (2:33 h), bei dem sie auch neuartige Werkzeuge ausprobierten. Dabei wurden wissenschaftliche Geräte an der Außenhaut der Station ausgetauscht. Erstmals setzten die Kosmonauten über die Vakuumschleuse die beiden Amateurfunksatelliten ISKRA 2 und 3 aus. Nachschub und Versorgungsgüter trafen mit den Transportraumschiffen PROGRESS 13 bis 16 ein. Ebenso empfingen sie Gastbesatzungen der Raumschiffe SOJUS T 6 und T 7. Die Rückkehr geschah nach mehr als 7 Monaten mit dem Raumschiff SOJUS T 7, welches nach Abflug der Gastbesatzung vom Heck- an den Bugkopplungsstutzen umgesetzt wurde.
Sojus T 6
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 24.06.82 | 02.07.82 | Wladimir Dshanibekow (3) Alexander Iwantschenkow (2) Jean Loup Chretien |
07:21:51 d |
Beim zehnten internationalen Raumflug standen Experimente zur Atmosphärenforschung, Astronomie, Werkstoffforschung, Raumfahrtmedizin und Biologie auf dem Programm. So untersuchte man das Zodiakallicht in der Erdatmosphäre, fertigte Nachthimmelfotografien an und führte Röntgen- und Gammastrahlungsmessungen durch. Neue Stoffgemische und Halbleiterverbindungen mit Aluminium und Indium wurden getestet und Diffusionsexperimente vorgenommen. Medizinische Untersuchungen betrafen das Herz-Kreislauf-System, den Blutkreislauf im Gehirn, psychologische Tests und den Hormonhaushalt. Außerdem wurden Bakterien in Verbindung mit Antibiotika gebracht und der Einfluss der kosmischen Strahlung auf Tabaksamen und Eier des Salinenkrebschens untersucht.
Columbia (STS 4)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 27.06.82 | 04.07.82 | Thomas Mattingly (2) Henry Hartsfield |
07:01:10 d |
Der vierte Shuttleflug stand zum großen Teil unter militärischer Regie. Unter anderem wurden Navigations- und Materialuntersuchungen vorgenommen sowie der Manipulatorarm in Belastungssituationen getestet. Außerdem wurden ein kontinuierliches Elektrophoresesystem und ein Infrarot - Interferometer sowie ein Ultraviolett - Detektor zur Erdbeobachtung erprobt. Beim Schließen der Ladebuchtluken entstand zunächst ein Problem. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung hatten sich die Türen verzogen, so dass sie sich nicht korrekt schlossen. Nach gezieltem Temperaturausgleich klappte dann aber auch dieses Manöver. Beim Wiedereintritt wurde das Hitzeschutzsystem des Raumtransporters durch eine verdoppelte Sinkrate extremen Belastungen ausgesetzt. Dabei sollte der Orbiter seine Manövrierfähigkeit in Notsituationen unter Beweis stellen. Die Landung erfolgte nach planmäßigem Flug in Edwards.
Sojus T 7
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 19.08.82 | 27.08.82 | Leonod Popow (3) Swetlana Sawizkaja Alexander Serebrow |
07:21:52 d |
Gemeinsam mit der Stammbesatzung von SALUT 7 arbeitete man vor allem auf den Gebieten Erderkundung, Biologie, Materialforschung und Medizin. Erstmals waren direkte Vergleiche zwischen Raumfahrern unterschiedlichen Geschlechts möglich. Vor allem die unterschiedlichen Reaktionen bei der Anpassung an die Schwerelosigkeit standen im Mittelpunkt des Interesses der Mediziner auf der Erde. Komplettiert wurde das Arbeitsprogramm durch psychologische Tests.
Columbia (STS 5)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 11.11.82 | 16.11.82 | Vance Brand (2) Robert Overmyer Joseph Allen William Lenoir |
05:02:14 d |
Nach dem Testprogramm der ersten vier Flüge begann der
Routineeinsatz des Spaceshuttle. Dabei musste auf die Schleudersitze für Notfälle
verzichtet werden. Wissenschaftliche Forschung und der Transport von Nutzlasten in den
Orbit stand nunmehr im Vordergrund der Arbeiten. Erstmals startete auch eine vierköpfige
Besatzung mit einem Raumschiff.
Zunächst wurden die Kommunikationssatelliten SBS 3 (USA) und TELESAT 6 (Kanada)
ausgesetzt. Dazu wurden sie zur Stabilisierung mit speziellen Drehtellern in Rotation
versetzt und anschließend mit Federn aus der Ladebucht katapultiert. Mit den
automatischen materialwissenschaftlichen Experimentalkomplexen in Spezialcontainern des
Frachtraumes (GAS = Get Away Special) ergaben sie eine Nutzlast von ca. 16 Tonnen. Ein
Ausstiegsexperiment mit neuartigen Raumanzügen musste wegen eines Defekts an einem der
Skaphander entfallen. So ergänzte weitgehend Erdbeobachtung das Flugprogramm. Die
Columbia landete in Edwards.
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