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Bemannte Raumfahrt 1969

 

Sojus 4

Start Landung Besatzung Flugdauer
14.01.69 17.01.69 Wladimir Schatalow 02:23:21 d

Der Flugplan sah die Annäherung und Kopplung mit dem einen Tag später startenden Raumschiff Sojus 5 vor. Nach dem Andocken stiegen zwei Raumfahrer von Sojus 5 in Sojus 4 um und kehrten mit diesem Raumschiff zur Erde zurück. Dabei wurde die Orbitalsektion als Luftschleuse verwendet. Mit der Verbindung zweier bemannter Raumschiffe entstand die erste experimentelle Raumstation. Sojus 4 landete mit der Besatzung Schatalow, Jelissejew, Chrunow (siehe Sojus 5).

 

Sojus 5

Start Landung Besatzung Flugdauer
15.01.69 18.01.69 Boris Wolynow
Alexei Jelissejew
Jewgeni Chrunow
03:00:54 d
01:23:46 d
01:23:46 d

Direkt nach dem Start begann das Rendezvous mit Sojus 4. Anschließend wurden Manövriertechniken des gekoppelten Komplexes erprobt. Bei einem Ausstieg von 37 Minuten Dauer wechselten die Kosmonauten Jelissejew und Chrunow von Sojus 5 in das Schwesterschiff. Da Sojus 4 einen Tag eher landete, betrug die Flugzeit für die beiden Umsteiger nur knapp 2 Tage.

 

Apollo 9

Start Landung Besatzung Flugdauer
03.03.69 13.03.69 James McDivitt (2)
David Scott (2)
Russell Schweickart
10:01:01 d

Beim Unternehmen Apollo 9 wurden verschiedene Systeme erstmals getestet. So wurde die Landefähre vom Mutterschiff abgekoppelt. Nach mehrstündigem Alleinflug, bei dem sie sich bis zu 188 Kilometer entfernte, dockte das Mutterschiff später wieder an die Fähre an. Schweickart und Scott testeten die neuen Raumanzüge außenbords (1:01 h). Während Scott filmend in der Ausstiegsluke des Kommandomoduls blieb, bewegte sich Schweickart bis zum Landemodul. Zum experimentellen Forschungsprogramm gehörten erstmals multispektrale Aufnahmen der Erdoberfläche mit einer speziellen Kamera.

 

Apollo 10

Start Landung Besatzung Flugdauer
18.05.69 26.05.69 Thomas Stafford (3)
John Young (3)
Eugene Cernan (2)
08:00:03 d

Die Mission Apollo 10 stellte die Generalprobe für die erste Mondlandung dar. Nach dem Start löste sich die Kommandoeinheit aus der Verankerung, dockte am Landemodul an und zog es aus der Verkleidung der Endstufe. Nach dreitägigem Flug schwenkte Apollo 10 in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Die Bahnhöhe lag bei 106 Kilometern. Stafford und Young stiegen für 8 Stunden in die Landefähre um und näherten sich der Mondoberfläche bis auf 15186 Meter. Das abschließende Kopplungsmanöver und der Rückflug verliefen problemlos. Wie beim ersten Mondflug wurden viele Fotos vom Mond und der Erde aus größerer Entfernung angefertigt. Besonderer Wert wurde auf die genaue Vermessung der Flugbahnparameter gelegt.

 

Apollo 11

Start Landung Besatzung Flugdauer
16.07.69 24.07.69 Neil Armstrong (2)
Edwin Aldrin (2)
Michael Collins (2)
08:03:19 d

Die Landefähre EAGLE setzte am 20. Juli 1969 um 20 Uhr 47 und 49 Sekunden im Mare Tranquillitatis auf der Oberfläche des Mondes auf. Reichlich 6 Stunden später setzten erstmals Menschen ihren Fuß auf den Mond. Armstrong betrat als erster den Mond und hielt sich insgesamt 2 Stunden und 14 Minuten außerhalb der Landefähre auf, Aldrin folgte 20 Minuten später und kam auf 1 Stunde und 44 Minuten. Seine Hauptaufgabe war die Erprobung verschiedener Fortbewegungstechniken (Schreiten, Springen, Hüpfen). Armstrong sammelte währenddessen etwa 22 kg Mondgestein. Natürlich spielte auch die Fernsehübertragung eine große Rolle. Die beiden Astronauten installierten außerdem eine Spezialfolie als Sonnenwindanalysator, ein Seismometer und einen Laserreflektor für präzise Entfernungsmessungen von der Erde aus. Das Gestein der Mondoberfläche erwies sich als pulverförmig, ähnlich verklumptem Sand. Es wurde in zwei Spezialbehältern verstaut, da man die Existenz von Mondbakterien nicht hundertprozentig ausschließen konnte. Deshalb mussten die Raumfahrer nach ihrer Rückkehr auf die Erde in achtzehntägige Quarantäne. Der Rückstart der Landefähre EAGLE erfolgte am 21. Juli um 18 Uhr 52.

 

Sojus 6

Start Landung Besatzung Flugdauer
11.10.69 16.10.69 Georgi Schonin
Waleri Kubassow
04:22:43 d

Mit dem Unternehmen Sojus 6 begann eine anstrengende Woche für die Start-, Bergungs- und Wissenschaftlerteams auf der Erde und die 7 beteiligten Kosmonauten. Drei Raumschiffe starteten mit jeweils eintägigem Abstand und landeten wenige Tage später ebenso rasch hintereinander. Dabei flogen sie mehrere Tage in einer Dreierformation. Experimente wurden auf den Gebieten Navigation, Erderkundung, Astronomie und Materialwissenschaft durchgeführt. Zu den speziellen Aufgaben der Besatzung von Sojus 6 gehörten Schweißexperimente unter Vakuumbedingungen. Dazu wurde der Orbitalteil des dreiteiligen Raumschiffes enthermetisiert. Auf dem Programm standen Elektronenstrahl-, Plasma- und Lichtbogenschweißen, automatisch und von Hand. Eine geplante Kopplung mit Sojus 7 konnte aufgrund technischer Probleme nicht ausgeführt werden.

 

Sojus 7

Start Landung Besatzung Flugdauer
12.10.69 17.10.69 Anatoli Filiptschenko
Wladislaw Wolkow
Wiktor Gorbatko
04:22:40 d

Sojus 7 wurde als zweites Raumschiff in einer Dreierformation gestartet. Neben der Erprobung neuer Navigationstechniken umfasste das Forschungsprogramm in erster Linie astronomische Untersuchungen. So wurden u. a. absolute Sternhelligkeiten mit großer Genauigkeit bestimmt.

 

Sojus 8

Start Landung Besatzung Flugdauer
13.10.69 18.10.69 Wladimir Schatalow (2)
Alexei Jelissejew (2)
04:22:51 d

Zusätzlich zu verschidenen Navigationstests wurden vor allem Erdbeobachtungen bezogen auf meteorologische, ozeanologische, glaziale und geologische Fragestellungen vorgenommen. Dabei kam auch eine Multispektralkamera zum Einsatz. Sojus 8 war im Unterschied zu Sojus 6 und 7 nicht mit einem Kopplungssystem ausgerüstet.

 

Apollo 12

Start Landung Besatzung Flugdauer
14.11.69 24.11.69 Charles Conrad (3)
Richard Gordon (2)
Alan Bean
10:04:36 d

Beim Unternehmen Apollo 12 wurde erstmals eine zweiteilige Hybridbahn für den Flug zum Mond gewählt. Dadurch gelangte das Mutterschiff mit größeren Treibstoffreserven zum Erdtrabanten. Conrad und Bean landeten mit der Landefähre INTREPID am 19. November im Oceanus Porcellarum, nur 350 Meter von der 1967 hier niedergegangenen unbemannten Mondsonde SURVEYOR 3 entfernt. Bei zwei Ausstiegen (3:56 h und 3:49 h) installierten sie eine ALSEP genannte Instrumentenpackung für wissenschaftliche Untersuchungen, sammelten Mondgestein und inspizierten die Mondsonde SURVEYOR 3. Dabei demontierten sie die Kamera sowie ein Stück Kabel, in dem vor dem Start der Sonde irdische Mikroorganismen untergebracht worden waren und brachten beides zur Mondfähre zurück. Nach dem Rückstart und dem Umstieg in die Kommandoeinheit wurde der Aufstiegsteil der Mondfähre gezielt 50 Kilometer von der Landestelle entfernt zum Absturz gebracht. Die nach diesem künstlichen Meteoriteneinschlag (2 t Masse und 6000 km/h Aufschlaggeschwindigkeit) mit dem Seismometer des ALSEP gemachten Messungen ergaben ein 55 Minuten lang anhaltendes Beben. Neben dem Seismometer gehören zum 126 kg schweren ALSEP (Apollo Lunar Surface Experiment Package) ein Magnetometer, ein Sonnenwind - Spektrometer, ein Ionendetektor und ein Kaltkatoden - Magnetron. Messergebnisse wurden über einen UKW - Sender zur Erde übermittelt. Die Energie lieferte ein Radionuklidgenerator SNAP 27 mit Plutonium-238 (System for Nuclear Auxiliary Power, 18 kg Masse, 50 W Dauerleistung).

 

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