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Bemannte Raumfahrt 1961
Wostok 1
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 12.04.61 (6.07 WZ) |
12.04.61 (7.55 WZ) |
Juri Gagarin | 00:01:48 d |
Juri Gagarin absolvierte
den ersten Raumflug eines Menschen. Nach dem Start vom kasachischen Kosmodrom Baikonur
(Tjuratam) gelangte die Raumkapsel in eine Umlaufbahn um die Erde. Nach einer kompletten
Umkreisung wurde Wostok 1 gezielt in die dichteren Schichten der Erdatmosphäre gebracht.
Die abschließende Landung wurde von einem Fallschirm gebremst. Der Kosmonaut Gagarin
katapultierte sich vor dem Auftreffen aus der Kapsel und landete an einem separaten
Fallschirm. Während des Fluges hatte Gagarin einige Tests durchzuführen, die beweisen
sollten, dass der Mensch auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit sinnvoll arbeiten
kann. Außerdem war der Flug der ultimative Test für Lebenserhaltungssystem und
Raketentechnik.
Die Druckkabine für den Raumfahrer war eine Kugel mit einem Durchmesser von 2,30 m, an der ein doppelkegelförmiger Versorgungsteil angebracht war. Dessen oberer Teil enthielt das Lageregelungssystem mit Druckgasbehältern sowie die Energieversorgung. Im unteren Teil waren das Bremstriebwerk, Hitzeschutz und mehrere Antennen untergebracht. Das Raumschiff war 4,41 m lang, hatte einen maximalen Durchmesser von 2,43 m und eine Gesamtmasse von 4,725 t, wobei 2,46 t auf die Kabine entfielen.
Mercury 3 (Freedom 7)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 05.05.61 (14.34 WZ) |
05.05.61 (14.49 WZ) |
Alan Shepard | 00:00:15 d |
Mit einem ballistischen Flug testeten die USA ihre Raumfahrttechnik. Die
maximal erreichte Flughöhe betrug 184 km. Allerdings gelangte die Raumkapsel auf diese
Weise nicht in eine Erdumlaufbahn. Deshalb wird der Flug von offiziellen Gremien nicht als
Raumflug anerkannt. Trägerrakete war eine Redstone.
Das Raumschiff bestand aus einer glockenförmigen Kapsel, einem Hitzeschutzschild und Feststoff - Bremstriebwerken an der Basis sowie einem Fallschirmsystem am Kopfteil. Es besaß eine Länge von 3,58 m, einen maximalen Durchmesser von 1,89 m und eine Masse von 1,35 t, wobei für die Kabine nur eine Länge von 2,20 m nutzbar waren. Hier befand sich auch eine Luke. Zur Orientierung standen dem Astronauten mehrere kleine Fenster, ein Horizontsucher und ein Periskop zur Verfügung. Die Lageregelung geschah über Druckgasdüsen. Eine Filmkamera, ein Flugschreiber und ein Funkgerät komplettierten die Ausrüstung.
Nach einer Antriebsphase von 2:23 Minuten wurde die Antriebsrakete abgetrennt. Danach wurde die Kapsel gedreht. Nach reichlich 5 Minuten erreichte sie ihren höchsten Punkt. Nach knapp 10 Minuten wurde der Hilfsfallschirm und ca. 30 Sekunden später der Hauptfallschirm geöffnet. Nach 15 Minuten und 28 Sekunden Flugzeit, davon etwa 5 Minuten Schwerelosigkeit, wasserte die Kapsel im Atlantischen Ozean.
Mercury 4 (Liberty Bell 7)
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 21.07.61 (12.23 WZ) |
21.07.61 (12.39 WZ) |
Virgil Grissom | 00:00:16 d |
Mit diesem Flug wurde die Mission von Mercury 4 wiederholt. Es handelte sich auch hier um einen ballistischen Parabelflug mit einer Gipfelhöhe von 195 km und einer Flugweite von 497 km. Im Unterschied zu seinem Vorgänger verfügte Mercury 4 über eine Luke mit Sprengverschlüssen und ein großes Beobachtungsfenster. Nach der Wasserung, 15 Minuten und 37 Sekunden nach dem Start, ging die Kapsel verloren, da der Sprengverschluss zu zeitig ausgelöst hatte. Das Raumschiff sank und konnte erst in den Neunziger Jahren geborgen werden.
Wostok 2
| Start | Landung | Besatzung | Flugdauer |
| 06.08.61 (6.00 WZ) |
07.08.61 (7.18 WZ) |
German Titow | 01:01:18 d |
Neben weiteren medizinischen und technischen Tests wurden erstmals fotografische Aufnahmen der Erde mit einer Handkamera gemacht. Dazu war eine normale Spiegelreflexkamera mit einem speziellen Objektiv und einem Filmmagazin ausgestattet worden. Titow war auch der erste Raumfahrer, der in der Schwerelosigkeit schlief. Dabei fiel ihm das Einschlafen zunächst schwer, da seine Arme immer nach oben schwebte. Deshalb schob er sie schließlich auch unter die Gurte, mit denen er am Sitz angeschnallt war.
Nach dem Flug berichtete German Titow von Übelkeit während des Fluges. Wie vielen anderen litt er an der sogenannten Raumfahrerkrankheit, einer Anpassung des Gleichgewichtssinns an die fehlende Schwerkraft. Diese Übelkeit verschwindet normalerweise nach wenigen Tagen.
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